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Benefizkonzerts des Kiwanis Clubs

Bürgermeisterin Eva Lux hielt soeben anläßlich des Benefizkonzerts des Kiwanis Clubs Leverkusen im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich folgende Rede:

"Sehr geehrte Frau Naumann-Klein, sehr geehrte Damen und Herren,

in einem pädagogischen Fachaufsatz habe ich die folgenden Sätze gefunden:„Bewegung ist die Erfahrungsform des Kindes. Kinder brauchen die freie Bewegung, um die Umwelt zu entdecken, zu untersuchen und schließlich zu begreifen. Bewegung ist immer anwesend. Bewegung ist allgegenwärtig.“

Welchem Vater und welcher Mutter läuft es mit dem Gedanken an das eigene Wohnzimmer da nicht kalt den Rücken herunter? Und wer denkt nicht an zerbrechliche Objekte?!

Wir kennen die Realität: Klettern, toben und springen dürfen Kinder zuhause nicht. Viele Familien leben auch in beengten Verhältnissen, die keinen Raum für Kinder bieten. Die Welt vor der Haustür beschreiben Fachleute als „Spielwüste“. Und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte konstatiert eine „Bewegungsnot“ mit dem Ergebnis: Die Hälfte aller Schulanfänger hat bereits Haltungsschäden. Ihre motorischen Fähigkeiten liegen weit hinter der Entwicklung zurück. Schon kleinen Kindern drohen so genannte „Erwachsenen-Krankheiten“.

Weshalb erzähle ich Ihnen das heute zu einer Konzertmatinée? Es liegt am stets rührigen Leverkusener Kiwanis Club mit seinem sozialen Anspruch. Seit seiner Gründung engagiert sich der Kiwanis Club Leverkusen für caritative Projekte in unserer Stadt. Sein Leitmotiv finden Sie auf der Einladung zum Konzert: „Serving the Children of the World“. Konkret bedeutet das, die Mitglieder unterstützen Kinder und Jugendliche in Not, denn die Grundsätze stehen nicht nur auf dem Papier.

Als Bürgermeisterin von Leverkusen möchte ich den Mitgliedern von Kiwanis Leverkusen meinen herzlichen Dank aussprechen. Unsere Stadt hat Ihrem Einsatz viel zu verdanken. Geräte für Spielplätze und Kindergärten, Hilfen zur Sprachförderung und Bücher für Schulbüchereien wurden durch Spenden von Kiwanis in den vergangenen Jahren ermöglicht. Auch die Organisation „help“ zur Hilfe krebskranker Kinder und die Lebenshilfe sind Ihnen für die großzügige Unterstützung zu Dank verpflichtet. International setzen Sie sich aktuell für die Bekämpfung von Wundstarrkrampf in Afrika ein. Für diese humanitären Hilfen haben die Mitglieder schon vielfältige Aktionen durchgeführt: zum Beispiel Golfturniere, Bücherflohmärkte, Konzerte und Verkauf von selbst gebackenen Plätzchen.

Heute haben wir wieder das Vergnügen bei einem Benefiz-Konzert des Kiwanis Clubs. Die Stadt unterstützt dieses ehrenamtliche Engagement gerne, indem sie ihre „gute Stube“ zur Verfügung stellt, den Spiegelsaal von Schloss Morsbroich. Ich möchte auch den Sponsoren danken, die diesen Vormittag mit ermöglicht haben: • EVLSparkasse Leverkusen • Volksbank Remscheid-Solingen • WGL, sowie auch private Geldgeber. Sie alle unterstützen das Anliegen, dem das heutige Fundraising dient:

Die Kindertagesstätte Am Stadtpark soll stabile, leichte Bau- und Kletter-Elemente erhalten, eine so genannte „Bewegungsbaustelle“. Dort können Kinder all das machen, was ich eingangs als klassischen Eltern-Kind-Konflikt geschildert habe: Kinder können mit den Elementen nach Herzenslust toben, damit bauen, sie werfen, darauf springen und klettern. Die flexiblen Elemente haben weitere Vorteile: sie sind im Innenbereich einsetzbar, sie lassen sich wegräumen, und sie können auch in anderen Einrichtungen – z.B. bei einer Projektwoche – genutzt werden.

Der Kiwanis Club schließt mit seiner Spendenaktion in eine Lücke, die mir als Lokalpolitikerin – und nicht mir alleine – immer schmerzlich bewusst ist. Der Fachbereich Kinder und Jugend ist heute hier vertreten durch die Leiterin Frau Hillen. Wie ihr Vorgänger ist sie dankbar für die langjährige Unterstützung durch den Kiwanis Club. Die motorische Entwicklung ist ein unabdingbarer Aspekt der ganzheitlichen frühkindlichen Förderung. Die Stadt kann allerdings eine Ausstattung über den Standard hinaus nicht finanzieren. Hier eröffnet die private Initiative die Möglichkeit, die vorhandene Einrichtung zu erweitern.

Die Stadt Leverkusen unterliegt einem strikten Spardiktat. Der Rat der Stadt hat in der Vergangenheit manche Einschnitte beschlossen, die dem Ziel dienen, unserer Kommune herauszuführen aus der drohenden Schuldenfalle. Vieles, was wichtig und wünschenswert wäre, kann die Stadt nicht mehr leisten. Wir dürfen und wollen unseren Kindern kein Finanzdesaster aufbürden.

Die Politik muss dabei eine Gratwanderung bewältigen zwischen der Sanierung des Haushalts und einer zukunftsgerichteten Stadtentwicklung. Zum Beispiel stemmen wir das Jahrhundertprojekt „neue bahnstadt opladen“. Bei Investitionen in Höhe von 111 Millionen Euro beträgt der städtische Anteil allerdings gerade einmal 22 Millionen. Experten schätzen, dass für jeden Euro, den die Stadt aufwendet, weitere vier Euro privat investiert werden. Gleichzeitig ist es gelungen, eine drohende Überschuldung abzuwenden und das Haushaltsdefizit deutlich zu senken.

In solchen Zeiten, da die Stadt den Gürtel enger schnallen muss, sind wir auf Bürgerinnen und Bürger angewiesen, die im Dienste der Gesellschaft aktiv werden. Wir Leverkusener haben das Glück, den Kiwanis Club als eine wertvolle Stütze an der Seite zu haben. Die Mitglieder des Leverkusener Kiwanis Clubs sind eine wichtige Säule in unserer Gesellschaft. Ich danke Ihnen nochmals herzlich für Ihr beispielhaftes Engagement.

Doch hinter der Bühne wartet nun schon Herr Roman Salyutov. Ich freue mich mit Ihnen auf einen Pianisten, dessen Virtuosität das Publikum bei Konzerten immer wieder begeistert. Willkommen Herr Salyutov. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Vormittag."

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